Bayerisches Rotes Kreuz   Bereitschaft Ruhpolding
Chronik

 

Chronik der Sanitätskolonne Ruhpolding

Am Sonntag, 23.August 1924 wurde die Sanitätskolonne in Anwesenheit des Landesvorsitzenden des Bayerischen Roten Kreuzes, Exzellenz Dr. von Brettreich gegründet unter dem Leitspruch: „Das Rote Kreuz auf weißem Grund steht hilfsbereit zu jeder Stund“.  Gründungsmitglieder waren unter anderem Sanitätsrat Dr. Peter Schiffer, Oberlehrer Otto Dettendorfer und der Gemeindesekretär Andre Lesser. Bereits nach einem halben Jahr hatte die Kolonne 35 aktive und 31 passive Mitglieder. Die erste Maßnahme war die Einrichtung von 14 Unfall- und Feuermeldestelen, die über das ganze Miesenbacher Tal verteilt waren. Im November 1924 wurde der Sanitätsunterricht, verbunden mit entsprechenden Übungen, in der Turnhalle (jetzt Haus Flatscher Müllritterweg) aufgenommen. Die Ausbildung bei den monatlichen Kolonnenabenden leitete Sebastian Schneblinger.

Die Hilfeleistungen für Kranke und Verunglückten wurde anfangs mit Rädertrage oder Pferdefuhrwerk, im Winter mittels Schlitten durchgeführt. 1928 erhielt die Sanitätskolonne den ersten Horch-Krankenwagen. 1929 dann den zweiten. 1941 stand ein Leihwagen von Valentin Hasselberger zur Verfügung und ab 1941 wurde die Kolonne mit Mercedes Krankenwagen ausgestattet. 1972 wurde ein VW-Bus angeschafft. Dieser notwendige Rettungsdienstwagen wurde durch Spenden der Ruhpoldinger Bevölkerung möglich gemacht.

1934 bauten die aktiven Mitglieder der Sanitätskolonne an der Urschlauer Ache ein eigenes Kolonnenhaus (heute der Gemeindebauhof.) Die Planung hatte Herr Habersetzer, die Bauern leisteten Hand- und Spanndienste und die Sägewerksbesitzer lieferten gratis das geschnittene Holz. Nun hatte die Kolonne für die Ausbildung, die Übungen und für das kameradschaftliche Zusammensein ein eigenes Haus, das leider sehr oft zweckentfremdetet wurde. Zuerst als Lager für französische Kriegsgefangene, dann als Betriebsgebäude einer Schneiderei, bis 1971 war es Turnhalle für die Volksschule und die Sportvereine. Dann wurde im 1. Stock die Rettungswache untergebracht und in den darunter liegenden Garagen die Fahrzeuge.

Bis 1934 war der Sanitätsdienst ausschließlich Sache der Männer. In diesem Jahr wurde in Ruhpolding der weibliche Zweig des BRK unter dem Namen „Bereitschaftsdienst Ruhpolding“ gegründet.

1970 wurde das Jugendrotkreuz durch Initiative von Jürgen Schäfer ins Leben gerufen. Das JRK existiert bis heute und hat derzeit ca. 14 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren als Mitglieder.

1974 erfolgte die Neuorganisation des Rettungswesens. Der Einsatz wird nun zentral von der Rettungsleitstelle in Traunstein koordiniert. Ruhpolding erhielt zwei hauptamtliche Sanitäter. Der Dienst am Wochenende sowie der Nachtdienst wurden aber weiterhin von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern übernommen. Wobei besonders zu erwähnen ist, dass die damalige Bereitschaftsführerin Frau Anny Hofherr bis dahin 20 Jahre lang den Notruf-Telefondienst bei Tag und Nacht übernommen hatte.

Die Gründungsmitglieder: Sanitätsarzt Dr. Peter Schiffer, Oberlehrer Otto Dettendorfer, Gemeindesekretär Andre Lesser, der Waicher Bauer Sebastian Schneblinger,  die Holzknechte Sylvester Oberleitner, Heinrich Obereitner und Kaspar Sedlmayer, der Malermeister Hans Burkhardt, die Schuhmachermeister Alois Niedersteiner, Franz Mayr und Sepp Hofmann, der Schussmeister Sepp Reiter, der Schmiedemeister Alois Rümpler, der Metzgermeister Ludwig König, die Schneidermeister Alois Auer und Korbinian Hohenwarter, die Sattlermeister Karl Huber und Sepp Hauber, der Zimmermeister Anton Plenk, die Druckereibesitzer Karl Forstmaier sen. und jun. und der Gemeindebedienstete Toni Schmaus.

Die Kolonnenführer seit 1924 in Folge: Andre Lesser, Otto Dettendorfer, Sepp Reiter, Sebastian Schneblinger, Toni Schmaus, Georg Krammer, Sylvester Oberleitner, Toni Steffl, Dieter Mathes, Jürgen Schäfer und seit Anfang 2000  Engelbert Seilinger. Bei den Neuwahlen Anfang 2013 wurde Elisabeth Birnbacher zur Bereitschaftsleiterin gewählt, Stellvertreter Robert Geierstanger.

Die Bereitschaftsführerinnen seit 1934 in Folge: Olga Hagen, Erika Hülshof-Merkel, Anny Hofherr (Ehrenbereitschaftsleiterin), Anneliese Fellner. Im Jahre 1996 wurde durch eine verbandsinterne Umstrukturierung die Frauenbereitschaft und Kolonne zusammengelegt.

Die Kolonnenärzte seit 1924 in Folge:  Dr. Peter Schiffer, Dr. Josef Fleischmann, Dr. Paul Stadler, Dr. Ludwig Sittenauer, Dr. Rudolf Fuchs, derzeit Frau Dr. Rosemarie Wilkening.

1999 feierte die Rot Kreuz Bereitschaft Ruhpolding ihr 75 jähriges Bestehen. Die Feierlichkeiten begannen am Freitag den 2.7. mit einer Rocknacht im Kurhaus Ruhpolding, Am Samstag folgte ein Frühschoppen beim Neuwirt, anschließend ein Familiennachmittag und um 20 Uhr begann der Festabend beim Neuwirt. Der damalige Bereitschaftsleiter Jürgen Schäfer begrüßte die Ortsvereine und viele auswertige Rot Kreuz Bereitschaften. Unter den Ehrengästen waren auch der Kreisbereitschaftsleiter und der Kreisgeschäftsführer vom BRK Kreisverband Traunstein. Am Sonntag  ab 8 Uhr Begrüßung der Vereine anschl. der Kirchenzug und der Festgottesdienst in der Pfarrkirche. Nach der Messe dann ein Festzug durch den Ort zum Neuwirt mit gemütlichen Ausklang.

Im Jahr 2001 wurde für die Bereitschaft und die SEG ein Krankentransportwagen angeschafft. Dieser KTW ersetzte den in die Jahre gekommenen KTW 4Trager. Weiter wurden verschiedene Ausrüstungsgegenstände beschafft die für Einsätze bei Veranstaltungen notwendig wurden. Des weiteren wurde der Bereitschaft Vom Kreisverband Traunstein  ein gebrauchtes Bundesfahrzeug zur Verfügung gestellt. Der LKW Arzttruppwagen war ein Mercedes mit 3,8 Tonnen Gesamtgewicht. Er bot Platz für 6 Personen und das nötige Material.  Dieser LKW wurde 2011 durch einen VW Bus mit Anhänger ersetzt. Dieses Fahrzeug konnte nur durch unermüdliches Engagement des 2. Bereitschaftsleiters Jürgen Schäfer durch Spendengelder finanziert werden. Am 11. August wurde das Fahrzeuggespann feierlich geweiht.

Zu einen besonderen Einsatz kam es am 15. August 2002. Durch stark anhaltende Regenfälle im Osten Deutschlands waren einige Städte an der Elbe durch Hochwasser stark betroffen. Um die ortsansäßigen Rettungskräfte zu unterstützen wurde auch im Landkreis Traunstein Alarm ausgelöst. in der Nacht  zum 15.8. um 2 Uhr kam die Meldung über Funkmedeempfänger : „mehrtägiger Hochwassereinsatz“. Aus der Bereitschaft Ruhpolding fuhren 5 Helfer mit weiteren Einsatzkräften aus dem gesamten Landkreis nach Dresden um den betroffenen Menschen zu helfen.   

 

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